Dachschindeln verlegen

Dachschindeln verlegen

Foto: Malcomj Lizenz: cc-by-sa 2.0

Das Verlegen von Dachschindeln ist in Deutschland weniger verbreitet als in anderen Ländern. In Nordamerika gehört es zur Standarddachabdeckung, was auch an der optischen Variationsmöglichkeit liegt. Es gibt halbrunde, rechteckige und dreieckige Schindelformen, die zudem in den Farben dunkel- und hellbraun, grün, beige, grau oder schwarz erhältlich sind. Auf eine Schindelunterlage aus vernagelten Bitumenbahnen werden die Schindeln versetzt verlegt, wobei moderne mehrteilige Dachschindelblätter durch Eigendruck und Sonneneinstrahlung von selbst verkleben.

Abstand und Überlappung hängt von Dachneigung ab

  1. Das Verlegen von Dachschindeln beginnt an einer Dachkehle von unten ab der Dachtraufe. Rechtsseitig vom seitlichen Dachflächenanfang muss auf einer an der Traufe entlang gezogenen doppelten Unterlage links unten mit dem Verlegen begonnen werden.
  2. Die erste Reihe der Dachschindeln wird so platziert, dass die einzelnen Einschnitte zwischen den Schindeln an der Dachtraufe enden. Da die Schindelblätter zwei bis vier Schindeleinschnitte enthalten, ist das Ausrichten in die Waagerechte leicht möglich.
  3. Die zweite Reihe Dachschindeln wird um die Hälfte versetzt vernagelt, so dass die Überlappung mit dem Klebepunkt an die Enden der Einschnitte der darunter liegenden Schindeln reicht.
  4. Beim Vernageln der einzelnen Dachschindeln muss auf das präzise senkrechte Eintreiben der Nägel geachtet werden. Die Unterseiten der Nagelköpfe dürfen nicht in die Schindeloberfläche eindringen, da jedes Nagelloch ein potenzielles Leck in der Dichtigkeit bedeutet.
  5. Nach Fertigstellung der zweiten Dachschindelbahn werden mit einem Teppichmesser die überstehenden Schindelzungen an der Dachtraufe abgeschnitten.
  6. Bei einer Dachkehlennaht nach innen verlaufend sorgt eine wechselseitige Überlappung von bis zu zwei kompletten Schindeln für Dichtigkeit. Vernagelung müssen mindestens 15 Zentimeter von der Kehlnaht entfernt sein.
  7. Bei Dächern mit einer Neigung von mehr als sechzig Grad reichen die normalen Klebepunkte auf den Unterseiten der Schindelzungen nicht als Befestigung aus. Hier müssen zusätzliche Klebepunkte eingebracht werden. Der Schindelkleber darf nicht flächig aufgebracht werden, um das Reißen oder Brechen der Schindeln durch spätere Temperaturunterschiede zu vermeiden.
  8. Zusätzliche Nägel oberhalb der Schindeleinschnitte erhöhen die Festigkeit. Bei Schindelblättern mit zwei oder drei Einschnitten sind nebeneinander gesetzte Doppelvernagelungen mit einem Abstand von ein bis zwei Zentimetern empfehlenswert.

Autor: Stephan Reporteur