Ein privates Biomasseverbrennungskraftwerk: der Scheitholzvergaser

Scheitholzvergaser

Das uralte Verfahren verbunden mit modernster Technik

Anders als beim Stückholzvergaser ist der Scheitholzvergaser als ein Heizungssystem für hölzerne Biomasse ausgelegt. Die naturbelassenen Brennscheite sind größer als die bei Stückholz und sollten mindestens 15 Zentimeter Durchmesser bei einer Länge von einem halben Meter haben.

Geschlossenes System

Im Scheitholzvergaser werden in einem Raum von ungefähr 150 Litern die Holzscheite auf ungefähr fünfhundert Grad Celsius erhitzt, was durch künstlich erzeugten Luftmangel gesteuert wird. Bei dieser Temperatur entstehen Holzgase, die nicht verbrennen und daher in die Nachbrennkammer abgeleitet werden können.

Durch die Trennung der beiden Verbrennungsvorgänge entsteht eine Art parallel verlaufende Wärmeerzeugung, die komplett abgeschöpft wird. Überhängende Energie, die in diesem Moment nicht verbraucht wird, sammelt sich automatisch im Pufferspeicher.

Ökologische Eigenschaften

Durch die mechanisch präzise Mischung der Holzgase mit der passenden Luftmenge werden die Emissionen minimiert und entsprechen denen von Pelletheizungen oder Ölzentralheizungen.

Der natürliche Kreislauf sorgt für die ausgeglichene Kohlendioxidbalance beim Verbrennen von Holz. Dieser für viele Menschen ausschlaggebende Grund für die Entscheidung, mit Holz zu heizen, entsteht durch ein Nullsummenspiel. Bäume nehmen während ihres Lebens Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf und wenn er stirbt und verrottet, gelangt das aufgenommene Kohlendioxid wieder in die Atmosphäre zurück. Genau das Gleiche passiert beim Verbrennen des Holzes – nur geht es schneller. Der Scheitholzvergaser “lebt” vom Austausch.

Für wen eignet sich diese Heizungsart?

Wer die höchstmögliche Energieeffizienz beim Heizen mit Holz erreichen will, wählt einen Scheitholzvergaser, der nahezu hundert Prozent der durch Verbrennen erreichbaren Wärme gewinnt und bei Nutzung eines Pufferspeichers nur sehr geringen Energieverlust beklagt.

Ein Pufferspeicher ähnelt einem Tank und nimmt zusätzlichen Platz im Keller oder Anbau in Anspruch. Ein Pufferspeicher mit rund 2500 Litern Inhalt misst rund dreieinhalbe Meter Länge bei einem Durchmesser von einem Meter.

Kosten und gesetzliche Zulassung

Ein Scheitholzvergaser kostet ohne jedes Zubehör im Kessel mit zwei Kammern ab rund viertausend Euro. Eine komplette Anlage, die als Zentralheizsystem für hundert Quadratmeter Wohnfläche ausreichen soll, ist ab rund zehntausend Euro erhältlich.

Tipps&Tricks
Drei Kennzeichnungen garantieren die Qualität und gesetzliche Zulassung eines Scheitholzvergasers. Das ist die europäische Norm deutscher Herkunft DIN EN 303-5, das CE-Zeichen und für Geräte mit Gebläse die Euronorm 89/392/EWG.

Autor: Stephan Reporteur

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