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Eine Wand mit unterschiedlichen Tapetentypen tapezieren

Beim Tapezieren kann die Wand, die Tapete oder beides eingekleistert werden

Eine Wand mit unterschiedlichen Tapetentypen tapezieren

Der Aufwand und Anspruch an handwerkliches Geschick hängt von der Tapetenart und gegebenenfalls von der Untergrundbeschaffenheit ab. Das Tapezieren einer Wand mit Raufaser und anderen einfarbigen Variante ohne Muster ist am einfachsten. Muster, lineare Strukturen und Dekore müssen bahnweise ausgerichtet werden.

Tapetenarten und Maßhaltigkeit

Tapeten bestehen aus fünf verschiedenen Materialien, die sich jeweils noch einmal in unifarbene oder gemusterte Dekors unterteilen:

  • Papier- und papiergeprägte Tapeten
  • Vliesstofftapeten
  • Vinyltapeten
  • Glasfasertapeten
  • Textiltapeten

Beim Aufbringen auf eine Wand spielt die Maßhaltigkeit eine große Rolle. Tapeten aus Papier und Textiltapeten verändern ihre Maße, wenn sie feucht werden beziehungsweise trocknen. Insbesondere das Schrumpfen muss durch leichte Überlappungen an den Stoßfugen der Bahnen ausgeglichen werden. Glasfaser-, Vinyl- und Vliestapeten bleiben maßhaltig.

Drei Klebearten möglich

Beim Tapezieren einer Wand sind drei Klebearten möglich, die sich nach der Tapetenart und der Wandbeschaffenheit richten:

  • Nur die Tapetenbahnen einkleistern
  • Nur die Wand einkleistern
  • Beidseitiges einkleistern

Papierhaltige Tapeten wie Raufaser werden eingekleistert und nach dem Vollsaugen auf die trockene Wand geklebt. Bei sehr schweren mehrschichtigen Papiertapeten kann ein beidseitiges Einkleistern vorteilhaft sein. Das gilt auch für einige Textiltapetenarten. Die Herstellerangaben enthalten entsprechende Verarbeitungstipps. Generell muss beim zweiseitigen Einkleistern eine Antrocknung erfolgen, die das Klebevermögen aktiviert und optimiert. Feste Tapetentypen mit geringem Saugvermögen wie Vlies-, Vinyl- und Glasfasertapeten werden trocken auf eine eingekleisterte Wand aufgebracht.

Wände vorbereiten

Als grundlegende Arbeiten zum Vorbereiten einer Wand zum Tapezieren müssen alle zu tapezierende Flächen „freigeräumt“ werden. Dazu gehören:

  • Entfernung aller Sockelleisten
  • Steckdosen- und Lichtschalterblenden abmontieren

Wenn sich Alttapete auf der Wand befindet, muss sie auf Haltbarkeit und Tragfähigkeit geprüft werden. Leichte Ablösungen können gegebenenfalls durch Zwischenkleistern befestigt werden. Oft kann ein Entfernen aller losen Tapetenreste ausreichen, um eine geeigneten Untergrund zu erzeugen.

Um eine gleichmäßige Saugfähigkeit auf der Wandfläche herzustellen, sollte sie grundiert werden, wenn:

  • unterschiedliche Materialen auf der Wand vorhanden sind (Tapetenreste, Spachtel)
  • der Untergrund stark saugt wie mit kalkhaltigen Unterputzen oder Holz

Kniffe und Tricks beim Tapezieren

  • Papiertapeten einkleistern und zur Mitte hin bahnweise einschlagen
  • Mustertapeten mittels Rapportangaben des Herstellers vorbereiten
  • Papiertapeten mit ein bis zwei Millimeter Überlappung an den Stößen anbringen
  • Moderate Raumtemperatur zwischen 18 und 25 Grad Celsius schaffen
  • Nur mit ausgespültem und sauberem Quast arbeiten
  • Festdrückrolle oder Andrückwerkzeuge großzügig und mehrfach nutzen
  • Das Motto „Viel hilft viel“ ist kontraproduktiv. Kleistermengen nach Angabe dosieren

Lackieren und Untertapete

Wände lassen sich auch beim Tapezieren durch einige zusätzliche Maßnahmen auf besondere Weise aufpeppen. Eine befestigte und getrocknete Tapete kann beispielsweise auf Hochglanz lackiert werden.

Beim Tapezieren einer Schrankrückwand kann eine Untertapete das Abdrücken von Kantenprofilen oder Maserungen vermindern der unterbinden.

Tipps & Tricks
Lassen Sie die zugeschnittenen Tapetenbahnen vor dem Anbringen mindestens 24 Stunden akklimatisieren. Dieses Anpassen erhöht die Maßhaltigkeit bei der späteren Verarbeitung.

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