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Lack

Lackgeruch: So lange dünsten Lacke wirklich aus

Von Emilia Nowak | 5. Oktober 2024
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Emilia Nowak


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Quellenangabe in Zwischenablage kopiert! Emilia Nowak, “Lackgeruch: So lange dünsten Lacke wirklich aus”, Hausjournal.net, 05.10.2024, Hrsg: about:publishing, Abgerufen am 02.11.2026, https://www.hausjournal.net/lack-ausduenstungen-wie-lange

Lacke können je nach Art und Umgebungsbedingungen unterschiedlich lange ausdünsten. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Faktoren die Ausdünstungszeit beeinflussen und wie Sie diese mit einfachen Mitteln verkürzen können.

Zwei kleine Holzstühle mit geweihartigen Rückenlehnen und dunkel lackierten Stuhlbeinspitzen auf einem Brett
Das Ausdünsten von Lack dauert oft mehrere Wochen

Wie lange dünsten Lacke aus?

Die Dauer, bis Lacke vollständig ausgedünstet sind, variiert je nach mehreren Faktoren, die Sie berücksichtigen sollten:

Art des Lacks

  • Lösemittelbasierte Lacke: Diese benötigen oft mehrere Wochen bis Monate, um vollständig auszudünsten. Während die stärkste Geruchsbelästigung nach einigen Tagen bis Wochen abnimmt, können geringe Mengen flüchtiger organischer Verbindungen (VOCs) noch deutlich länger austreten.
  • Wasserbasierte Lacke: Diese trocknen schneller und dünsten weniger stark aus. Die Hauptgeruchsbelästigung ist meist nach ein bis zwei Tagen deutlich reduziert, und die vollständige Ausdünstung erfolgt innerhalb einer Woche.

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Umgebungsbedingungen

  • Temperatur: Höhere Temperaturen beschleunigen die Trocknung und Ausdünstung. Beachten Sie die Herstellerangaben für eine sichere Anwendung.
  • Luftfeuchtigkeit: Niedrige Luftfeuchtigkeit beschleunigt den Prozess, während hohe Luftfeuchtigkeit die Ausdünstungsdauer verlängern kann.
  • Luftzirkulation: Eine gute Belüftung verkürzt die Ausdünstungszeit erheblich. Öffnen Sie Fenster und Türen und sorgen Sie für Durchzug, um die VOCs schneller aus dem Raum zu entfernen.

Schichtdicke und Auftragsmethode

  • Schichtdicke: Dickere Schichten benötigen mehr Zeit zum Trocknen und vollständigen Ausdünsten. Daher empfiehlt es sich, den Lack in mehreren dünnen Schichten aufzutragen.
  • Auftragsmethode: Ob der Lack gerollt, gestrichen oder gesprüht wird, beeinflusst ebenfalls die Trocknungs- und Ausdünstungszeit. Gleichmäßig aufgetragene Schichten trocknen und dünsten in der Regel schneller aus.

Erfahrungswerte und Indikatoren

Eine grobe Faustregel besagt, dass Lacke auf Wasserbasis oft innerhalb einer Woche vollständig ausgedünstet sind, während lösemittelbasierte Lacke mehrere Wochen bis Monate benötigen können. Die Wahrnehmung des verbleibenden Geruchs kann ein guter Indikator dafür sein, ob noch VOCs freigesetzt werden. Solange ein Geruch wahrnehmbar ist, befinden sich noch flüchtige Verbindungen in der Luft.

Durch die Berücksichtigung dieser Faktoren und die Optimierung der Umgebungsbedingungen können Sie die Ausdünstungszeit von Lacken effektiv beeinflussen und minimieren.

Möglichkeiten zur Reduzierung der Ausdünstungszeit

Die Ausdünstungszeit von Lacken kann durch verschiedene Maßnahmen erheblich verkürzt werden. Indem Sie bestimmte Techniken und Methoden anwenden, können Sie sowohl die Trocknungszeit als auch die Dauer der Geruchsbelästigung reduzieren:

  1. Auswahl umweltfreundlicher Lacke: Verwenden Sie Lacke mit niedrigen oder keinen flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs). Diese Produkte setzen weniger Schadstoffe frei und trocknen schneller.
  2. Optimale Umgebungstemperatur: Lackieren Sie bei Temperaturen, die den Herstellerangaben entsprechen. Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius tragen in der Regel zur schnellen Verdunstung der Lösungsmittel bei.
  3. Luftzirkulation verbessern: Stellen Sie sicher, dass der lackierte Raum gut belüftet ist. Öffnen Sie Fenster oder verwenden Sie Ventilatoren, um die Luftbewegung zu fördern und die Konzentration der freigesetzten Stoffe in der Luft zu reduzieren.
  4. Luftfeuchtigkeit kontrollieren: Eine niedrige Luftfeuchtigkeit beschleunigt die Trocknung. Verwenden Sie, falls möglich, einen Luftentfeuchter, besonders in Regionen oder Jahreszeiten mit hoher Luftfeuchtigkeit.
  5. Mehrere dünne Schichten: Tragen Sie den Lack in mehreren dünnen Schichten auf, anstatt in einer dicken. Dünne Schichten trocknen schneller und setzen weniger VOCs frei.
  6. Wärme anwenden: Nutzen Sie Heizquellen, um die Trocknung zu beschleunigen. Achten Sie jedoch darauf, die vom Lackhersteller empfohlenen Temperaturgrenzen nicht zu überschreiten, um die Qualität des Anstrichs nicht zu gefährden.

Was tun bei anhaltenden Lackgerüchen?

Wenn sich der Lackgeruch trotz aller getroffenen Maßnahmen hartnäckig hält, helfen gezielte Schritte, die Belastung weiter zu reduzieren. Sowohl natürliche als auch technische Methoden können zum Einsatz kommen, um Ihre Raumluft zu verbessern:

  1. Längeres und intensiveres Lüften: Lüften Sie mehrmals täglich, möglichst für mehr als eine Stunde. Idealerweise schaffen Sie Durchzug, indem Sie gegenüberliegende Fenster öffnen. Dies hilft, die Konzentration der flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) schneller zu reduzieren.
  2. Aktivkohle: Stellen Sie Behälter mit Aktivkohle im Raum auf. Aktivkohle hat die Eigenschaft, Gerüche und Schadstoffe effektiv zu absorbieren und die Luftqualität zu verbessern.
  3. Natürliche Luftreiniger: Nutzen Sie Pflanzen, die für ihre luftreinigenden Eigenschaften bekannt sind, wie z.B. Efeu, Grünlilie oder Bogenhanf. Diese Pflanzen können schädliche Stoffe aus der Luft filtern.
  4. Erhöhte Raumtemperatur: Erwägen Sie, den Raum leicht zu beheizen. Höhere Temperaturen beschleunigen die Verdunstung der Lösungsmittel und dadurch die Reduktion der Gerüche.
  5. Umzug von Gegenständen: Wenn möglich, sollten Sie stark riechende Objekte in wenig genutzte Räume verlegen oder temporär ins Freie stellen. Dies kann helfen, die Geruchsbelastung in bewohnten Bereichen zu verringern.
  6. Luftreiniger: Verwenden Sie gegebenenfalls technische Hilfsmittel wie Luftreiniger, die mit speziellen Filtern ausgestattet sind. Diese Geräte können VOCs und andere Schadstoffe effektiv aus der Luft entfernen.

Gesundheitsrisiken durch Lackausdünstungen

Lackausdünstungen enthalten oft flüchtige organische Verbindungen (VOCs) und andere chemische Substanzen, die verschiedene gesundheitliche Probleme verursachen können.

Kurzfristige gesundheitliche Auswirkungen

Beim Einatmen von Lackausdünstungen können akute Symptome wie Reizungen der Augen, der Haut und der Atemwege auftreten. Besonders empfindlich sind Allergiker und Menschen mit Atemwegserkrankungen. Mögliche Symptome umfassen:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Schleimhautreizungen

Langfristige gesundheitliche Auswirkungen

Eine langfristige Exposition gegenüber hohen Konzentrationen von VOCs kann schwerwiegende gesundheitliche Probleme hervorrufen. Bestimmte VOCs stehen im Verdacht, krebserregend zu sein und können zudem Langzeitschäden wie Leber- und Nierenschäden verursachen. In Wohnräumen, die regelmäßig oder kürzlich neu lackiert wurden, sollten Sie daher Vorsichtsmaßnahmen treffen, um die Belastung so gering wie möglich zu halten.

Spezifische Risikoquellen

Die verwendeten Lösungsmittel und chemischen Zusätze in Lacken variieren je nach Produkt und Anwendung. Häufige Bestandteile, die gesundheitliche Gefahren bergen, sind:

  • Synthetische Acrylate und Alkydharze: Können Haut- und Atemwegsreizungen auslösen.
  • Butylglykol und Benzol: Können bei langfristiger Exposition das Immunsystem und die Organe schädigen.
  • Biozide und Weichmacher: Insbesondere in Außenlacken enthalten, können diese Substanzen zu akuten und chronischen gesundheitlichen Problemen führen.
  • Polychlorierte Biphenyle (PCB): Bis in die 1980er-Jahre in Innenräumen verwendet, stehen sie unter Verdacht, die Schilddrüse sowie das Immunsystem zu beeinträchtigen.

Schutzmaßnahmen

Um sich vor den gesundheitlichen Risiken zu schützen, sollten Sie stets folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten:

  • Tragen Sie beim Lackieren geeignete Schutzkleidung wie Atemschutzmasken und Handschuhe.
  • Sorgen Sie für eine gute Belüftung des Arbeitsbereichs, indem Sie Fenster und Türen öffnen.
  • Verwenden Sie, wenn möglich, umweltfreundliche Lacke mit weniger flüchtigen organischen Verbindungen.

Indem Sie diese Hinweise beachten, können Sie die gesundheitlichen Risiken durch Lackausdünstungen minimieren und eine sicherere Umgebung schaffen.

Artikelbild: timltv/Shutterstock

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